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Eine Schule für künftige Innovatoren

20 апреля, 05:04

Die Frage darüber, wie eine gute Ausbildung aussehen soll, die auf die Schaffung und Förderungen einer innovativen Umgebung orientiert ist,  bewegt Tomsk, seit jener Zeit, als Innovationen  zu einem wichtigen Merkmal der regionalen Wirtschaft wurden. Diese Frage wurde auch gleich ganz konkret formuliert: wo sind die Fachkräfte für eine innovative Wirtschaft zu finden oder wie sollen die ausgebildet werden?

In den Ländern, die sich früher für einen Innovationsweg entschieden haben, tendieren die Reformen im Bereich Bildung zu einer Kompetenzvermittlung. Anders gesagt, man muss heute nicht nur z.B. das Rechnen beibringen, sondern eher die Fähigkeit das erworbene Wissen anzuwenden, seine Zukunft zu projektieren, jede Situation und sowohl das eigene Leben als eine Forschungsaufgabe und nicht als eine erstarrte Gegebenheit zu betrachten lernen. Die Qualität der Ausbildung wird deswegen nicht nur danach, wie Studierende den Unterrichtsstoff beherrschen ausgewertet, sondern danach, wie sie diese Kenntnisse im Leben und in der Berufstätigkeit anwenden.

- Im Bewusstsein vieler Menschen und besonders im  Bildungsbereich, lebt immer noch die Vorstellung von der Ausbildung in Russland als von der besten  Ausbildung in der ganzen Welt und die Reformen in diesem Bereich werden als Qualitätsverluste wahrgenommen. Es gab wirklich Zeiten, wo die Qualität der russischen Ausbildung anerkannt war und besonders in Physik und Mathematik. Aber damals war die Situation ziemlich stabil und als Entwicklungsressourcen jedes Landes galten die technischen Möglichkeiten. Jetzt hat sich die Situation grundsätzlich verändert. Jetzt dienen menschliche Ressourcen (bei aller Achtung der technischen Seite des Prozesses) als der wichtigste Entwicklungsfaktor: inwieweit befasst sich die Person mit Innovationen, inwieweit ist sie loyal gegenüber der Organisation, wo  sie arbeitet, ist sie bereit ihr Innovationspotenzial zu zeigen und zur Verfügung zu stellen. Diese weltweite Tendenz ist in Russland noch nicht stark zu bemerken, aber offensichtlich betrifft sie auch Russland. Und unsere Ausbildung ist auf andere Werte orientiert. Die Idee, den Westen einfach zu kopieren, ist nicht zukunftsträchtig. Dort sind auch längst nicht alle Probleme beseitigt, deswegen wird die europäische Ausbildung auch ständig reformiert. Außerdem werden wir es auch nicht schaffen, eine vollständige „Kopie“ zu machen – wir haben dafür äußerst verschiedenen Ausgangssituationen. Deswegen sollen wir unsere Entwicklungsaufgabe selbst formulieren und lösen, indem wir uns aber sowohl auf die weltliche Erfahrung, als auch auf eigene Potenziale stützen werden. Das erklärt alles die Notwendigkeit Programme für ein offenes und einzigartiges Bildungssystem der Region zu erarbeiten,- erzählte die wissenschaftliche Leiterin des Tomsker Programms Galina Prosumentowa.

Der Auftrag zur Erarbeitung so eines Programms kam von der Administration der Region Tomsk. An diesem Programm arbeiteten die besten Tomsker Universitäten, Schulen und Lyzeen. Die psychologische Fakultät der Tomsker Staatlichen Universität koordinierte  das Programm. Den Auftrag zu formulieren und später zu vereinbaren war gar nicht einfach. Noch im Mai des vorigen Jahres haben die Projektentwickler im Rahmen des 14. Innovationsforum ein Rollenspiel für Jugendliche „Die kreative Stadt“ organisiert, das vom Sergej Gradirowskij, dem Vorsitzenden des öffentlichen Rates des Ministeriums für Gesundheitswesen und soziale Entwicklung moderiert wurde. Diesem Thema waren auch die Runde Tische  „Wie soll die Schulausbildung im innovativen Russland aussehen?“ mit dem Moderator Aleksandr Gordon und „Reformen in der Schulausbildung: das Potenzial der Zusammenarbeit zwischen Universitäten und Schulen“ unter Leitung von Isaak Frumin, dem wissenschaftlichen Leiter des Instituts für Bildungsentwicklung an der Hochschule für Wirtschaft (Nationale Forschungsuniversität) gewidmet.

- Die Hauptidee des Programms ist, das Potential der Universitäten und der Schulen bei der Ausbildung von Fachkräften für eine innovative Entwicklung der Region zu vereinigen. Der Wettbewerbskampf um Nachwuchskräfte nimmt zu, und diese Nachwuchskräfte müssen ausgebildet werden. Wir haben beschlossen, dass das Richtige ist, das Potenzial der Region Tomsk, der Universitäten und Schulen zu aktualisieren, da diese Bildungseinrichtungen oft  parallele Wege laufen, die sich nicht kreuzen. Wir werden eine neue Qualität der Ausbildung haben, erst wenn diese Bildungseinrichtungen  zusammenzuarbeiten und zusammenzuwirken beginnen. Das heißt nicht, dass die Universitäten einfach in die Schulen mit eigenen Bildungsprogrammen kommen werden, sondern sie werden diese Programme zusammen erarbeiten und zusammen neue Talente ausbilden, -ergänzet der Leiter des Programms, der Dekan der Psychologischen Fakultät  der Tomsker Staatlichen Universität Eduard Galashinskij.

Nach Einschätzungen Tomsker  Experten, hat die Region ein großes Potential für die Gründung eines neuen Sektors – innovative Ausbildung.  Das Programm wurde auch von Moskauer Experten unterstützt. An den spontanen Innovationen in der Bildung sollen sich nun auch Wissenschaftler beteiligen, die diese begreifen und strukturieren werden. Es ist auch eine Datenbank für innovative Entwicklungen zu erstellen, die jeder Schüler und Lehrer vervollständigen kann. Das praktische Ergebnis  dieses Programms ist die Entwicklung von Programmen, Projekten und Innovationen im Sinne eines Netzwerkes.

- Den Projektautoren ist es gelungen, die Entwicklungsmöglichkeiten eines offenen Bildungssystems in mehreren Bereichen aufzuzeichnen.  Erstens sollen Bedingungen für die Zusammenarbeit von Schulen und Universitäten geschaffen werden, damit jeder Schüler, unabhängig von seinem Wohnort auf innovative Entwicklungen und Bildungsdienstleistungen im Rahmen seines individuellen Lehrplanens zugreifen konnte. Wir schaffen damit ein sich selbstorganisierendes und sich selbstentwickelndes regionales Bildungssystem, -  erklärte Herrn  Galashinskij.

Es ist auch wichtig, dass dieses Programm Mechanismen für die Verwaltung über das offene Bildungssystem enthält. Dazu gehören die Unterstützung der Innovationsprojekte, die inzwischen in der Region Tomsk schon funktionieren, die Wahrnehmung deren Bildungswirkung, die Gründung von Bildungsnetzen auf Basis von diesen Erfahrungen und das Multiplizieren dieser Erfahrungen.

Zweitens, es ist zuerst eine Datenbank und später auch ein Portal für Innovationen zu schaffen, auf die  alle jungen Pädagogen, Manager zugreifen können, die man auch in der alltäglichen Praxis benutzen kann. Die Universitäten sollen dabei helfen, diese Innovationen nicht nur erfassen, sondern auch bis zu einer verwendbaren Technologie weiterzuentwickeln.

Der dritte Bereich ist die Entwicklung von  Netzprojekten. Im kommenden Jahr wollen die Autoren einige Projekte und regionale Modelle für den Aufbau einer spezialisierten Ausbildung entwickeln, die sowohl in  den Dorfschulen, als auch in den Schulen in der Stadt einsetzbar sind. Dabei wird eines dieser Modelle für spezialisierte Ausbildung nicht nur an einer Bildungseinrichtung, sondern durch Kooperation von mehreren Organisationen und  Teams realisiert.

Der vierte Bereich ist die Entwicklung von Netzprogrammen, was in der Zeit der neuen Bildungsstandards, z.B. in der Grundschule besonders wichtig ist. Im föderalen staatlichen Bildungsstandard  sind viele Stunden für Aktivitäten außerhalb des Unterrichts vorgesehen, aber den Schulen fehlt es an den dazu notwendigen Ressourcen. Deswegen müssen die Einrichtungen für allgemeine und zusätzliche Ausbildung ihre Kräfte bündeln. Als ein interessantes Beispiel gilt auch das Programm in Streshewoj und Sewersk. Dort haben sich die Vertreter von der Wirtschaft, von Berufsschulen, von Schulen und Universitäten vereinigt, um  Schüler für kaufmännische Tätigkeit auszubilden, um ihnen unternehmerische  Kompetenzen zu vermitteln. 

Das wichtigste Prinzip bei der Gründung eines offenen Bildungssystems  ist es, die Grenzen einer einzelnen Bildungseinrichtung zu überschreiten und das Potential der ganzen Region zu nutzen. Die Autoren versichern, dass erforderliche Instrumente und allgemeiner Ansatz für die Gründung eines offenen Bildungssystems schon zur Verfügung stehen. Nun sollen sich die  regionalen Bildungsmodelle herausbilden, deren Bandbreite eine Bedingung für Qualitätserhöhung und für die Ausbildung von besten Spezialisten für die neue Wirtschaft ist.

Опубликовано:2012-04-20 05:04 | Обновлено:2012-04-20 05:11
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