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Forschungsintensive Wirtschaft und Forschungs- und Bildungseinrichtungen werden zu einem leistungsstarken Wirtschaftssektor in der Region.

19 апреля, 08:58

Mehrere Tomsker bekamen herzlich Glдckwьnsche am 8. Februar, am Tag der russischen Wissenschaft: Mitarbeiter der Hochschulen und der Forschungsinstitute, Dozenten und tausende Studenten. Für unsere Stadt, wo  gerade das Projekt INOTomsk´2020 umgesetzt wird, ist es ein besonderer Feiertag.

Über die Ergebnisse des das Jahrs 2011 für Tomsker Forschungs- und Bildungseinrichtungen sprachen wir mit Aleksej PUSCHKARENKO, dem stellvertretenden Vize-Bürgermeister für wissenschafts-technische und innovative Politik. 

– Herr Puschkarenko, wie war das Jahr 2011 für die Forschung und Bildung in  Tomsk?

Ich glaube, das war ein erfolgreiches Jahr und hier ein paar Zahlen dazu (ich möchte betonen, das sind manchmal nur vorläufige Angaben, die genaue Zahlen bekommen wir erst später). Tosmker Forschungs- und Bildungseinrichtungen haben auf der Aktivseite 22,6 Mrd. Rubel, das entspricht einem Wachstum von 5 Prozent im Vergleich zum Jahr 2010. Der Forschungsanteil nahm an den Universitäten um 36 Prozent zu. Der Gesamtumfang der F&E-Arbeiten der Tomsker Polytechnischen Universität (TPU) liegt über 1,5 Mrd. Rubel (Zunahme um ca. 300 Mio. Rubel im  Vergleich zum Jahr 2010). TPU hat den 2. Platz nach Umfang der F&E-Arbeiten unter 148 technischen und technologischen Hochschulen des Ministeriums für Bildung und Forschung und steht gleich nach der Moskauer staatlichen technischen Baumann-Univesutät und hat den 1. Platz nach Umfang der außerbudgetären Mittel für F&E-Arbeiten.

Die F&E-Arbeiten haben auch an der Tosmker staatlichen Universität (TSU) wesentlich zugenommen (Zuwachs über 260 Mio. Rubel), vorwiegend durch Teilnahmen an föderalen Ausschreibungen und Zielprogrammen. An der Tomsker Universität für Steuerungssysteme und Radioelektronik (TUSUR) liegt der Zuwachs bei ca. 100 Mio. Rubel, vorwiegend auf Grund der Verträge mit russischen Auftraggebern. Die Sibirische staatliche medizinische Universität zeigte einen  Zuwachs von über 100 Mio. Rubel durch die Beteiligung an föderalen Zielprogrammen und im Rahmen der technologischen Plattform „Medizin der Zukunft“.

Und noch ein wichtiger Aspekt: trotz der Krise in der Industrie, nahm die Zahl der Wirtschaftsverträge mit den Forschungseinrichtungen um 15 Prozent zu. Und wenn die Industrie sogar angesichts der schweren ökonomischen Situation unseren Forschern Aufträge gibt, bedeutet es, dass deren Entwicklungen wettbewerbsfähig sind. 

Nach Ablauf des Jahres 2011 machen die außenbudgetäre Mittel für die Forschung 53 Prozent aus. Das heißt, die Tomsker verdienen selbst Geld, um die Forschungen zu finanzieren, was unsere Region von den anderen russischen Regionen, die vorwiegend aus dem Haushalt finanziert werde, vorteilhaft unterscheidet. Die Praxis zeigte, Tomsker Universitäten sind nachhaltige Einrichtungen, wo sich die Forschung und Bildung dynamisch entwickeln.

Unter den Einrichtungen des Tomsker Forschungszentrums der Sibirischen Abteilung der Russischen Akademie der Wissenschaften (SA RAW) zeigte die besten Ergebnisse das Forschungsinstitut für Festigkeitsphysik und Werkstoffkunde mit Zuwachs von über 85 Mio. Rubel. Gute Ergebnisse zeigten auch die Forschungsinstitute (FI) der Sibirischen Abteilung der Russischen Akademie der Medizinwissenschaften, vor allem das kardiologische FI, das onkologische FI, das pharmakologische FI. Trotz der schwierigen Wirtschaftssituation zeigten unser Forschungs- und Bildungseinrichtungen eine gute Wachstumsdynamik.

2011bekamen Tomsker Forscher Geldmittel von der Russischen Stiftung für Grundlagenforschung  für 530 Projekte, 2010 waren es 475. Erfolgreich war auch die Zusammenarbeit mit der russischen Stiftung für geisteswissenschaftliche Forschung, die Stiftung hat 53 Projekte finanziert. 2011 wurden 442 Monographien  veröffentlich (i.V. 2010 – 391), es gab 91 Habilitationen (i.V. 2010 – 70). Es ist zu erwähnen, dass unter den frische habilitierten Wissenschaftlern 25 Personen unter  40 sind, d.h. dass der wissenschaftliche Nachwuchs auch aktiv habilitiert. Dr. Pawel Strishak von der TPU, der mit 26 habilitiert hat, wurde zu dem jüngsten habilitierten Doktor in Tomsk! Vor kurzem gehörte dieser Rekord dem Akademiemitglied Gennadij Mesjaz, dem Absolventen der TPU, der mit 27 habilitiert wurde. Jetzt kann man mit Sicherheit sagen, dass nur der bekannte Pysiker Physiker Lew Landau seine Habilitation noch früher (mit 25 Jahren) geschafft hat.

2011 wurden 353 Tomsker Forscher promoviert, dabei sind 228 Promovenden unter 30. Die Mitarbeiter der Forschungs- und Bildungseinrichtungen in Tomsk werden immer jünger.

Und noch ein paar Worte über die Erfolge der Tomsker Wissenschaftler. Professor Ewgenij Tschojnsonow, Direktor des onkologischen Forschungsinstitutes wurde zum ordentlichen Mitglied der Russischen Akademie der Medizinwissenschaften gewählt, Professor Eduard Galashinskij, Dekan der psychologischen Fakultät der TSU wurde zum  Akademiemitglied der Russischen Bildungsakademie. Sergej Psachje (Direktor des Forschungsinstituts für Festigkeitsphysik und Werkstoffkunde der SA RAW) wurde zum korrespondierenden Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften, Sergej Popow (kardiologisches FI), Nikolaj Bochan (FI für psychische Gesundheit), Wladimir Udut (pharmakologisches FI) wurden zu korrespondierend Mitgliedern der Russischen Akademie der Medizinwissenschaften.

Und noch ein Fakt, der von den Erfolgen der Tomsker Wissenschaftler zeugt: 2011 wurde das Forschungsteam der TPU zum Preisträger der Regierung der Russischen Föderation.

-Herr Puschkarenko, im September 2009 wurde das föderale Gesetz N 217 verabschiedet, das die Gründung von Innovationsunternehmen an den Universitäten erleichter sollte. Wie viel Unternehmen wurden in Tomsk gegründet?

Im Rahmen des föderalen Gesetzes N 217 wurden voriges Jahr 24 Unternehmen gegründet, insgesamt gibt es in Tomsk inzwischen 79 Unternehmen, darunter 5  am Tomsker Forschungszentrums der SA RAW. In diesem Bereich hat Tomsk Führungspositionen.

– Welche Projekte Tomsker Wissenschaftler sind im vorigen Jahr mit einem Durchbruch zu vergleichen?

Ich glaube, das ist vor allem die technologische Plattform  „Medizin der Zukunft“, die auf Initiative von Prof. Ljudmila Ogorodowa, Prorektorin der Sibirischen staatlichen medizinischen Universität gegründet wurde. „Medizin der Zukunft“ ist russlandweit die beste technologische Plattform  unter weiteren 28 Plattformen. Dabei funktioniert in Sibirien nur noch eine Plattform – „Nationales  Satelliteninformationssystem“, die zusammen mit Spezialisten von OAO Reschetnjow-Satelliteninformationssystem (Shelesnogorsk, Region Krasnojarsk) entwickelt und umgesetzt wird.

Die technologische Plattform „Medizin der Zukunft“ hat auch schon die ersten Ergebnisse gebracht. Das wurde möglich, nur weil wir zum 14. Innovationsforum Innovus im Mai 2011 viele Unternehmen und Organisationen eingeladen haben, die zu Teilnehmern dieser Plattform wurden. Heute gehören zu der „Medizin der Zukunft“ über 200 Organisationen, darunter 56 Universitäten, 59 Forschungsinstitute, 74 Produktionsbetriebe. Tomsker Teilnehmer (und dazu gehören 4 Universitäten, Institute der Russischen Akademie der Wissenschaften und der Russischen Akademie der Medizinwissenschaften und Produktionsbetriebe) realisieren vier große Projekte mit Gesamtfinanzierung aus dem föderalen Haushalt über  560 Mio. Rubel für die Jahre 2011–2013. Dank dieser technologischen Plattform wurden 2011 zwei Projekte des pharmakologischen Forschungsinstituts der SA RAW zur vorklinischen Prüfung der Arzneimittel im Rahmen des Programs Pharma-2020 mit Gesamtfinazierung von 65 Mio. Rubel unterstützt. Vier weitere Tomsker Projekte mit Gesamtfinanzierung von 130 Mio. Rubel wurden vom Forschungs- und Koordinierungsrat gebilligt und werden 2012 umgesetzt.

Es ist auch die Eröffnung des Zentrums für Ausbildung von Personal für die Atomindustrie an der Polytechnischen Universität Tomsk erwähnenswert. Das Zentrum wurde nach dem Besuch des Chefs von Rosatom Sergej Kirijenko eröffnet. Es bildet Fachkräfte für russische und ausländische Atomkraftwerke, die schon gebaut oder erst projektiert sind, aus. Der Chef von Rosatom hat das Potential der TPU sehr hoch eingeschätzt.

-Wie entwickelt sich das Konsortium der  Tomsker Hochschulen und Forschungseinrichtungen?

Ich möchte noch ein Mal betonen, Tomsker Konsortium ist eine einzigartige Organisation, es gibt nichts ähnliches in Russland. Obwohl die Gründungsunterlagen erst vor kurzem, am 16. November 2011 unterzeichnet wurden, realisieren die Mitglieder des Konsortiums schon seit 2009 ein zwischenbehördliches Programm zum Aufbau in Tomsk eines Modellzentrums  für Bildung, Forschung und Innovationen auf Weltniveau. Das Programm wurde mit dem Wirtschaftsministerium, mit dem Ministerium für Bildung und Forschung, mit der Russischen Akademie der Wissenschaften und der Russischen Akademie der Medizinwissenschaften, mit der Administration der Region Tomsk abgestimmt. Es wurden 13 Arbeitsfelder bestimmt, für die die Mitglieder des Konsortiums Erfahrungen auf Welthöchststand in Bereich Bildung und Forschung oder Innovationsentwicklungen haben.

Es ist wichtig zu verstehen, das Konsortium ist nicht etwas Neues, sondern nur eine Phase, die die früheren Erfolge der Tomsker Wissenschaft erfasst. Bald werden vollziehende Institutionen des Konsortiums gegründet, dann wird es aktiver funktionieren.  Das Konsortium der  Tomsker Hochschulen und Forschungseinrichtungen hat eine wichtige Rolle bei der Umsetzung des Projektes INOTomsk´2020. Das Konsortium hat eine Reihe von ganz wichtigen Aufgaben für die Region zu lösen.

Eines der wichtigsten Projekte des Konsortiums ist das Pilotprojekt zur Eröffnung eines Zentrums zur Ausbildung der Fachkräfte  für  Kasachstan und Mittelasien. Mehrere Städte wollen dieses Projekt bekommen, aber die Stadt Tomsk hat einen Vorteil: das Konsortium der  Tomsker Hochschulen und Forschungseinrichtungen erweiter das Bildungspotential der Region. Der Minister für Bildung und Forschung der Russischen Föderation Andrej Fursenko hat die Chancen der Stadt Tomsk auf den Sieg bei der Ausschreibung sehr hoch eingeschätzt, falls dieses Projekt vom Konsortium beantragen wird. Das Konsortium hat vor als ein Netzwerk zu funktioniern, damit die  Studenten der Masterstudiengänge die Möglichkeit bekommen, verschiedene Vorlesungen zu besuchen und nach Bildungsprogrammen verschiedener Universitäten zu studieren.

-Herr Puschkarenko, 2012 sollen alle Megaprojekte im Rahmen der Regierungsverordnung  N 218 beendet sein.  Wie werden diese Projekte umgesetzt?

Ich möchte alle daran erinnern, dass im Rahmen der Regierungsverordnung  N 218 (Kooperation der Hochschulen und der Großunternhemen zum  Aufbau einer hochtechnologischen Produktion) die sibirischen Universitäten 12 Projekte insgesamt bekommen haben, 5 Projekte bekam die Stadt Tomsk. Das sind große Projekte, für deren Umsetzung aus dem föderalen Haushalt ca. 300 Mio. Rubel zur Verfügung gestellt wurden. Die Bedingungen sind hart: wenn das Unternehmen seine Verpflichtungen bei der Mitfinanzierung nicht erfüllt, wird das Projekt geschlossen. Alle Partner gehen ihren Verpflichtungen nach. So hat das Nowosibirsker Unternehmen Nevz-Soyuz eine neue Fertigungslinie für Nanokeramik eröffnet, die die Wissenschaftler von der TPU konstruiert haben. Erfolgreich wird auch das gemeinsame Projekt mit NPO Altaj umgesetzt. Tomsker Universitäten entwickeln elektronische Anlagen für die neue Sattelitengeneration in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Reschetnjow-Satelliteninformationssysteme. Drei Tomsker Universitäten – TUSUR, TSU, TPU arbeiten zusammen mit dem  Forschungsinstitut für Halbleitergeräte an einer neuen LED-Produktion. Im Dezember wurde an diesem FI ein technisches Labor eröffnet. Wissenschaftlicher Nachwuchs macht sich vertraut mit der ausländischen Ausrüstung, um später auch selbst etwas zu entwickeln …

Interessant ist auch das Projekt „Nanoelektronik  HHF“. Es wird von  TUSUR und NPF Mikran realisiert. Mit der Zeit wird Tomsk selbst monolitische integrierte Funktionselemente projektieren, die es inzwischen in Russland nicht gibt, was seinerseits die Entwicklung der Elektronik erschwert.

2015 werden wir das erste große Output von diesen Projekten bekommen. Es wurde berechnet, dass jeder Rubel aus dem Haushalt einen Zuwachs von 3,5 Rubeln bringen wird. Das heißt die Forschungsintensive Wirtschaft und die Forschungs- und Bildungseinrichtungen werden zu einem leistungsstarken Wirtschaftssektor in der Region.

Опубликовано:2012-04-19 08:58 | Обновлено:2012-04-19 09:53
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