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Hydrografische Daten des Gebietes Tomsk

Hydrografische Daten des Gebietes Tomsk

Laut der allgemeingültigen hydrogeologischen Gebietseinteilung wird das Territorium des Westsibirischen Tieflandes als ein großes artesisches Becken betrachtet. Dabei unterscheidet sich dessen oberes hydrogeologisches Stockwerk durch den freien Wasseraustausch, für das untere ist erschwerter Austausch typisch. Innerhalb des oberen Stockwerkes gibt es hauptsächlich unterirdisches Süßwasser und weniger in unterschiedlichem Maße mineralisiertes Wasser. Wasser des unteren hydrogeologischen Stockwerkes, das sich durch den erschwerten Wasseraustausch kennzeichnet, ist stark mineralisiert. Das ist überwiegend Thermal- und Mineralwasser.

Der Tomsker Vorsprung befindet sich innerhalb des hydrogeologischen Sajan-Altai-Faltengebietes.

Das untere wasserhaltende Stockwerk ist das Fundament, das sedimentäre, vulkanogene und Umwandlungsgesteine enthält. Hier ist unterirdisches Wasser entwickelt, das mit der zerstörten Oberschicht der Gesteine des Fundamentes und mit Bruchzonen verbunden ist. Die lockeren Ablagerungen des oberen wasserhaltigen Stockwerkes enthalten Schichten- und Porenwasser.

Für die Wasserversorgung der Bevölkerung und der Wirtschaft werden auf dem größten Teil des Territoriums des Tomsker Gebietes die Gewässer der untertertiären Formation und nur im Süden – der proterozoisch-paleosoischen Gebilde verwendet. Die Gewäasser neogen-quartärer und cretazischer Formation spielen eine weniger bedeutende Rolle in der Wasserversorgung der Bevölkerung.

Der neogen-quartäre wasserhaltige Komplex ist praktisch überall innerhalb des artesischen Beckens entwickelt. Er schließt die Diluvialböden von Überschwemmungsterrassen des modernen Flussnetzes, der Padujginsker, Tobolsker, Smirnowsker, Kotschkowsker Folgen und des Miozäns ein. Innerhalb des Tomsker Vorsprungs sind wasserhaltende Ablagerungen örtlich als geringmächtige Zwischenschichten und Linsen verbreitet.

Die wasserhaltigen Gesteine kommen als Sande verschiedener Körnung sowohl mit Lehm-, Lehmboden-, Lehmsandlinsen und Zwischenschichten als auch Vorschüttungsschotter vor.

Die Haupteinspeisung bekommt das Wasserstockwerk dank der Infiltration der Niederschläge praktisch auf der ganzen Fläche seiner Ausdehnung, auf erhobenen Bereichen flacher Gegenden zwischen den Flüssen und an den Abhängen der Flusstäler. Die Ausnahme sind Wasserscheiden, die von den lehmhaltigen Ablagerungen von Fedosowsker, Smirnowsker, Kotschkowsker Folgen gebildet sind, wo die Infiltration erschwert ist.

Auf Wasserscheidenplatten, mit Ausnahme von den Flächen, wo sich die altertümlichen flachen Talkessel des Abflusses befinden, ist der wasserführende Horizont vor der oberflächlichen Verschmutzung sicher geschützt.

In den Flusstälern und innerhalb der altertümlichen flachen Talkessel des Abflusses (bes. im nordöstlichen Teil des Gebietes) ist die Grundwasserschicht nicht geschützt oder ist schwach geschützt vor Verschmutzung.

Das untertertiäre Wasserstockwerk, der die Sedimente von Lagernotomsker, Nowomichailowsker, Atlymsker, Jurkowser und teilweise Kuskowsker Stufen vereinigt, ist überall auf dem Territorium des Tomsker Gebietes, mit Ausnahme von seinem südlichen Teil, verbreitet. Der Schnitt stellt eine vielschichtige faziell abartige Sandabfolge, Sand-Kies-Schotterablagerungen, Aleuriten, Lehme mit Lignit- und Braunkohlelinsen dar.

In Grenzen des Tomsker Gebietes bekommt das Wasserstockwerk eine Haupteinspeisung auf Grund der Infiltration der Niederschläge, welche besonders intensiv in den offenen nordöstlichen, östlichen und südöstlichen Teilen des Gebietes, sowie in dem unteren Lauf der Flüsse Parabel und Tschaja ist.

Als obere Grenze des Komplexes dienen die tonig-sandigen Ablagerungen der Lagernotomsker Folge oder Lehme der Nowomichailowsker Folge; in der Unterfläche kommen lehmhaltige und sandhaltige Gebilde des Eozäns oder der oberen Kreide vor.

Die Tiefe von Schichtdecke des Grundwasserstocks variiert in den sehr breiten Grenzen und vergrößert sich in der ostwestlichen Richtung und in Richtung von Nordosten nach Südwesten. In den Tälern der großen Flüsse beträgt sie gewöhnlicherweise 30-40 Meter, auf den Wasserscheiden liegt sie bei 80-90 Metern. Besonders tief liegt die Oberschicht des Wasserkomplexes im Süden von Rayons Koschewnikowskij und Schegarskij (110-120m) und im Raum zwischen den Flüssen Ulu-Jul und Tschitschka-Jul (195m).

Die Dicke der wasserhaltigen Sedimente nimmt in Richtung West-Nord-West zu und schwankt von 0-10 Metern an den Grenzen der Auskeilung von untertertiären Ablagerungen im südlichen Teil des Gebietes bis zu 185 Metern in äußersten Nordwesten.

Die Gewässer sind überall gespannt. Die Ruhewasserspiegel sind auf den ersten Metern Tiefe in Flusstälern zu verfolgen, bis 26-40 Meter und mehr auf den Wasserscheiden. Im Tal des Flusses Ob und dessen großer Nebenflüsse kommt häufig zum freien Auslauf und die Wasserpegel werden auf Höhe von 0,5-10m über Erdoberfläche eingestellt.

Die Wasserreichlichkeit ändert sich je nach der Fläche, sowie nach dem Schnitt, das hängt von der Lithologie und der Dicke der wasserhaltigen Sedimente ab. Die wasserhaltigen Gesteine sind von den Sanden mit verschiedener mechanischer Struktur vorgestellt. Die Körnigkeit der Sande verkleinert sich von Süden/Südostens nach Norden/Nordwesten und im senkrechten Schnitt - von unten nach oben.

Die Wasserleitfähigkeit des Grundwasserstocks ist auch durch eine große Unbeständigkeit gekennzeichnet. Die Bereiche, die sich durch eine hohe Wasserleitfähigkeit (über 1000-2000 m2/Tag) unterscheiden, befinden sich im südlichen, zentralen und nordwestlichen Teilen, mit niedrigeren Leistungen (200m2/Tag und weniger) im Osten und im Südosten des Gebietes, was mit Verringerung der Dicke und Auskeilung der besonders wasserreichen Sedimente der Jurkowsker Folge verbunden ist.

Auf dem Territorium des Gebietes ist das Grundwasserkomplex der Oberkreidesedimente von Symsker und Simonowsker Folgen überall verbreitet (außer südlichem Teil - dem Tomsker Kamm).Es wird aber nur für die Wasserversorgung in Rayons Assinowskij, Perwomajskij und Syrjanskij angewendet. Die wasserhaltigen Gesteine sind durch die Sände verschiedener Körnigkeit (öfter von fein- bis mittelkörnige) mit Linsen, Tonzwischenlagen und Alevriten vertreten.

Sand ist oft tonhaltig und kaolinisiert, was seine Filtrationsfähigkeit verschlechtert. Besonders hohe Kaolinisation haben die kontinentalen Sandsedimente der Symsker Folge auf dem rechten Ufer des Flußes Ob. Deswegen gehören sie zu schlecht wasserdurchlässigen Gesteinen mit geringer Wasserabgabe. In den mächtigen kaolinisierten Sandschichten treten die Linsen der gewaschenen Sande auf, die als eventuelle Wasserversorgungsquellen von großem Interesse sind.

Im Süden und Südosten des Gebietes beträgt die Tiefe des Grundwasserkomplexes 80-140 m. Im Nordwesten wird sie tiefer und erreicht 420 m und mehr. Die Mächtigkeit der wasserhaltenden Sedimente verändert sich in sehr breiten Bereichen - von ersten Metern an der Grenze des Auskeilens der Kreidesidimente bis mehr als 200 m im nördlichen Teil des Gebietes. Die Mächtigkeit weniger als 100 m kommt im Südosten der Region vor.

Grundwasser ist überall gespannt. Im Südosten des Gebietes betragen die Bodenwassertriebe 70-100 m, im Nordwesten erhöhen sie sich auf 446 m.

Die Wasserreichlichkeit der Sande des Grundwasserkomplexes ist gering und wird nicht durch ihre Korngrößenzusammensetzung, sondern durch den Kaolinisierungsgrad bestimmt. Die minimale spezifische Ergiebigkeit (0,002-0,024 l/s) wurde aus Sedimenten der Simonowsker Folge in südlichen und zentralen Teilen des Gebietes erhalten. Gleichzeitig wurde die spezifische Ergiebigkeit von 0,1- 0,5 l/s auf dieser Fläche nachgewiesen.

Die Wasserreichlichkeit der Grundwassersedimente der Simonowsker Folge ist auch sehr gering. Spezifische Förderraten sind gewöhnlich nicht höher als 0,08-0,1 l/s, oft betragen sie die Tausendstel von l/s. Die maximale spezifische Förderrate (0,88 l/s) wurde beim Auspumpen aus den Sänden der simonowsker Folge bei Asino erhalten.

Die Wasserdurchlässigkeit der wasserhaltigen Sedimente des Grundwasserkomplexes ist nicht ständig. Die minimalen Werte werden innerhalb des Tomsker Kamms (3-12 m2/s), die maximalen (600-900 m2 /s) in Rayons Kolpaschewskij und Baktscharskij festgestellt.

Bei der Untersuchung des Grundwasservorkommens Sosnowskoje bei Asino wurde die Größe der Wasserdurchläßigkeit der Sedimente von Simonowsker Folge von 60 bis 339 m2/s nachgewiesen.

Wasser der proterozoisch-paläozoischen Bildungen ist die einzige Wasserversorgungsquelle innerhalb des Tomsker Kamms, weil hier die Grundwasserhorizonte der lockeren Ablagerungen eine niedrige Wasserreichlichkeit haben und nicht weit verbreitet sind. Außerdem werden sie oft durch breite Schluchten oder Flußtäler dräniert. Untergrundwasser gehört zum Oberteil des paläozoischen Fundaments, der Prozessen der exogenen Klüftung unterworfen wurde, oder zu Zonen der tektonischen Störungen. Die Mächtigkeit der klüftigen Zone verändert sich von ersten Metern bis 107-111 m. Zu der Klüftung werden Prozesse der tektonischen Störungen hinzugefügt. Untergrundwasser wird dementsprechend tektonischen Störungen und Auflockerungszonen entlang lokalisiert.

In westlichen und zentralen Teilen des Tomsker Kamms sind die wasserhaltigen Bildungen durch klüftige Sandsteine, Schieferletten, Argillite und Alevrolite vertreten. Fast alle lithologischen Differenzen der Gesteine sind von unterschiedlichem Grad bewässert. Die große Bewässerung in den Flußtälern oder in Absenken des Reliefs ist für die klüftigen Arten der Sammlern charakteristisch.

Im östlichen Teil des Tomsker Kamms auf der Fläche mit oberriphäisch - oberdevonischen Sedimenten (Amphiboliten, Marmor, Kalksteinen, Konglomeraten, Sandsteinen und anderen) sind die Bewässerungszonen in der Regel mit Gebieten der Entwicklung von verkarsteten Marmoren und Kaltsteinen verbunden.

Das Druckniveau von Untergrundwasser liegt in der Tiefe von ersten Metern bis zu 40,5 m in den Bereichen von hohen Wasserscheiden. In Flusstälern sind die Niveaus zur Tagesoberfläche nah oder sogar etwas höher. Die Wassertriebgröße über dem First der bewässerten Sedimente verändert sich von 145 m in der Zone der Fundamentversenkung im nordwestlichen Teil des Tomsker Kamms bis zu 40 m in den Bereichen von hohen Wasserscheiden. Diese Größe verringert sich bis 0 in den Stellen, wo die paläozoischen Bildungen auf der Tagesoberfläche auftreten.

Die Wasserreichlichkeit der Sedimente der Zone von exogener Klüftung ist nicht gleichmäßig und verändert sich von 0,006-0,4 l/s auf Wasserscheiden bis zu 0,01-3,83 l/s in Flußtälern. Die gut bewässerten Bereiche gehören zu Zonen der Verknüpfung von paläozoischen Gesteinen (Sandsteine und Schieferletten) mit Gangkörpern sowie zu Trennungsbrüchen. In diesen Zonen erhöhen sich die spezifischen Förderraten bis 0,59-1,71 l/s.

Das Material wurde von der „Tomskgeomonitoring“ AG vorbereitet.