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Geschichte von Tomsk und der Region Tomsk

Geschichte von Tomsk und der Region Tomsk

Tomsk wurde 1604 auf Erlass des Zaren Boris Godunow am rechten Ufer des Tom, wo in den Tom sein Nebenfluss Uschaika mündet, gegründet. Nach den Worten von dem russischen Historiker G.F.Miller „ konnte man auch nach langen Suchen einen besseren Ort in jenem Land nicht finden.“ Zwei Hunderte Kosaken unter der Leitung von W.Tyrkow und G.Pissemskii kamen auf den Tomsker Boden, um hier ein Festung zu bauen. Seit dieser Zeit gewinnt Tomsk immer mehr an Bedeutung bei der Eroberung von Völkern, die südlicher von dieser Gegend wohnten.

Tomsk hat in seiner Geschichte Aufschwünge und Verfälle erlebt. Den Status einer Stadt erwarb Tomsk 1629, und 1643 ist die Stadt in Flammen aufgegangen. Auf deren Platz wurde eine neue Festung mit 6 Türmen, Holzwänden und mit einem Durchmesser von 50 Klaftern eingerichtet.

Im Jahre 1738 wird in Tomsk ein Dienst für Fuhrwesen eingerichtet. Dies trug zur Entstehung von zahlreichen Bedienungsleuten für den Moskauer Sibirischer Trakt: Fuhrmännern, Schmieden, Handwerkern. Es wurden Gaststätten eröffnet und Lagerräume gebaut. Die Stadt wuchs.

1804 wurde die Stadt Tomsk auf Erlass des Zaren Alexander zum administrativen Zentrum eines neuen Gouvernements, wozu die Territorien der heutigen Regionen Altai, Nowosibirsk, Kemerowo und Tomsk sowie ein Teil der Region Krasnojarsk und der Ostkasachstan gehörten. Es begann eine neue Seite in der Geschichte der Stadt. Es werden städtische Verwaltung, Magistrat, Rathaus, und Polizeiverwaltung eingerichtet. Neben Holzhäusern werden auch Häuser aus Stein erbaut, zunächst sind es hauptsächlich Kirchen und administrative Gebäude und später – Wohnhäuser von wohlhabenden Städtern.

Seit dem Ende des XIX. Jahrhunderts ist Tomsk ein großes Wissenschafts- und Aufklärungszentrum Sibiriens: 1888 befahl der Zar Alexander III. die erste Universität jenseits des Ural in Tomsk zu eröffnen. Dann entstanden auch andere Hochschulen: eine Technologische, eine Medizinische, eine Bauhochschule und eine Hochschule für Lehrer.

Nach der Revolution 1917 gehört Tomsk zur Sibirischen und später zur Westsibirischen Region. Im Jahre 1937 wurden Tomsk und seine Nachbarterritorien zum Teil des Gebietes Nowosibirsk.

In den Jahren des Großen Vaterländischen Krieges wurden nach Tomsk 30 Industriebetriebe verlegt. Es begann eine mächtige industrielle Entwicklung der Stadt. In den Kriegsjahren wurde der Produktionsumfang in der Stadt verdreifacht. Es entstanden neue Industriebranchen – elektrotechnische, optisch-mechanische, gummi-technische, ausgebaut wurden Maschinenbau, Metallverarbeitung und Lebensmittelindustrie.

Im August 1944 wurde der Erlass über die Bildung des Gebietes Tomsk unterzeichnet. Tomsk erwirbt wieder einen Status eines der bedeutendsten wirtschaftlichen und administrativen Zentren Sibiriens.

Tomsk bleibt immer die Stadt der Wissenschaft und „Schmiede der Kader“. Kurz nach dem Grossen Vaterländischen Krieg wird Tomsk zum weltweit bekannten Zentrum für Kernforschung und –p roduktion.

Die Nachkriegsentwicklung des Gebietes Tomsk ist in vielem mit dem industriellen Abbau von Erdöl und Gas verbunden, der in 60-er Jahren begonnen hat. Erste Erdölmengen von industrieller Bedeutung wurden im August 1962 gefördert (Lagerstätte Sosninskoje in der Nähe von der Siedlung Alexandrowskoje). Zur Grundlage für die industrielle Erdölförderung wurde die Siedlung Streshewoj. 1966 entstand die Erdölverwaltungseinrichtung „Tomskneft“.

1991 wurde Tomsk der Status einer historischen Stadt verliehen. Die Schutzzone von Tomsk hat eine Fläche von 950 Hektar. Dieser historische unter dem Schutz stehende Teil erhielt ein unverwechselbares besonderes Kolorit der städtischen Landschaft mit Steinbauten und mit wunderbaren Schnitzereien gezierten Holzhäusern vom Ende des XIX. – Anfang des XX. Jahrhunderts. Berühmt wurde auch das Tomsker Wissenschaftszentrum der Russischen Akademie der Wissenschaften. Dazu gehören Institute: für Optik und Atmosphäre, für Starkstromelektronik, für Festigkeitsphysik und Werkstoffkunden, für Petrochemie sowie andere in der Welt der Wissenschaft bekennte Zentren.