Geologische Auskunft
Die Region Tomsk nimmt den südöstlichen Teil der Westsibirischen Platte ein, die im Süden des
Gebietes von den Strukturen des Kuznetskij Alatau und von der Kolywan-Tomsker Faltenzone umrandet
wird.
In der Geschichte der geologischen Entwicklung des Gebietsterritoriums unterscheiden sich
baikal-salairische, herzynische und mesozoische geotektonische Etappen, die der Bildung von
unteren, mittleren und oberen Strukturstockwerken entsprechen. Die zwei unteren Stockwerke bilden
den Faltenrumpf der Platte, das obere formiert die Tafeldecke.
Das Fundament besteht aus intensiv dislozierten und metamorphisierten effusiv- terrigenen
Gesteinen von Präkambrium und Paläozoikum, die durch ungleichaltrige Intrusionen verschiedener
Zusammensetzung durchbrochen wurden. Die ältesten Bildungen des Faltenfundaments der Platte sind
die Baikaliden. Sie gehören zum Enisseiskij-Faltensystem im Süden des Gebietes, das im frühen
Präkambrium auf kontinentaler Kruste geformt wurde und das im Ergebnis der Spallation von
proterozoischen Faltensystemen entstand.
Bildungen der salairischen Etappe formieren die Fundamentbasis im Tschulymbecken, auf dem
Territorium zwischen drei Flüssen Tym, Ket und Tschulym und gelten als nordliche Fortsetzung von
Kuznetskij Alatau.
Salairische Faltenstrukturen sind durch präkambrische und unterpaläozoische Metamorphit-Komplexe
vertreten. Fragmente dieser Strukturen bilden Horstgebirge, die von reneganten Versenkungen
getrennt werden, die von Sedimenten und vulkanogenen Ablagerungen formiert wurden. Im Westen werden
die Salairiden von Belojarskij und im Osten von Werchneketskij Tiefbrüchen begrenzt. Zu den
ältesten Bildungen von Salairen gehören die oberriphäischen Amphiboliten und Marmore des Komplexes
Kirgislinskij, die im Erosionsprofil des Fundamentes im axialen Teil des Jajsker Horstes im
Südosten der Region vorhanden sind. In unterkambrischen terrigen-vulkanogenen Sedimenten, die das
Profil des salairischen Fundamentes beenden, ist die erzhaltige hydrothermale Metasomatose weit
verbreitet, die als Zonen der Kies-und Mehrmetallmineralisation auftritt.
In der herzynischen Etappe der Entwicklung des Territoriums wurden unter den Bedingungen seiner
überwiegenden Versenkung marine, küstennahe marine und küstennahe kontinentale Fazies und
Vulkaniten angelegt. Die gebildeten terrigenen, terrigen-karbonischen und vulkanogenen Schichten
von Devon und Karbon lagern auf der dislozierten salairischen Basis mit einer Winkeldiskordanz.
Wegen der Verschiedenheit von Faziesbedingungen der Sedimentation unterscheiden sich auf dem
Territorium um Tomsk zwei Struktur-Fazieszonen, die unterschidliche Profilarten haben.
(Kuznetsko-Alatausker im Osten und Kolywan -Tomsker im Westen).
In der Zusammensetzung der Ablagerungen der Zone Kuznetskij Alatau bilden die Karbonatgesteine
der küstennahen marinen Fazies von Oberdevon und Unterkarbon die Taschminsker und Usmansker Mulden.
Die Profilbasis von Herzyniden wurde von den haff-kontinentalen rotfarbigen Sedimenten der Folge
von Oberdevon formiert. Diese Sedimente werden von Vulkaniten überdeckt, die sich früher mit den
Vulkaniten von der Kolywanj-Tomsker Zone in eine einheitliche unter-mitteldevonische vulkanogene
Dichte vereinigten. Die intrusiven Bildungen der Zone sind verschiedenartig und sind durch
Ultrabasiten, Gabbros und Mikrodioriten vertreten.
Eine mächtigere (bis 7 km) Steinkohlendichte von Devon in der Kolywan -Tomsker Zone besteht aus
vulkanogenen und karbonat-terrigenenen Sedimenten der marinen Küstenfazies von der Tomsker
Einwölbung. Das Profil von unteren Steinkohleablagerungen ist reich an Fauna der Krinoiden,
Moostiere und Brachiopoden. Die Sedimente des ganzen Struktur- und Formationskomplexes sind in
engen submeridiane Falten gesammelt. Mit der spätherzynischen Etappe der Tektogenese in der Kolywan
-Tomsker Zone ist die Einführung der Gänge „tomsker Diabase“ verbunden. Zu den Zonen der
hydrothermalen Veränderung von terrigenen Dichten gehören die Gangquarz-Goldmineralisation und
einzelne erzhaltige Gänge, die Schlichdispersionsbäche und kleinere Goldfelder geben.
Im Osten und Südosten ist die Tomsker Einwölbung von dem Tomsker Wechsel abgegrenzt. Auf diesem
Wechsel sind die Devonsedimente der Kolywan -Tomsker Zone auf die jüngeren Ablagerungen der
nordlichen Fortsetzung von Kusnetsker Alatau aufgelegt. Der Wechsel wird von zahlreichen Zonen der
Spallation und der Störung der Faltenstrukturen begleitet. In seinem hinteren Teil gibt es eine
mächtige Urbeische Pressungszone, die an Gold reich sein kann. Die erhöhte Spannung wurde in den
Plan der faltigen und tektonischen Strukturen von Tomsker Einwölbung durch den
Kolarowsker-Semilushensker Wechsel des nord –nord-östlichen Streichens eingetragen. In seinen
breiten Begleitzonen der Spallation wurden Antimonvorkommen mit diffusiver
Goldantimonmineralisation nachgewiesen.
Als nordliche Fortsetzung der Kolywan -Tomsker Faltenzone gilt der Pyl -Karaminsker Sattel, der
das Tschulym-Ketj-Tym - Territorium umfasst. Im Relief der Fläche des Faltenfundamentes erscheint
der Sattel als Hebung, die aus Formationen der terrigenen und karbonischen Sedimente von Devon und
Karbon besteht. Als Fragment der salairischen Faltung, die durch herzynische Tektogenese
verarbeitet wurde, gilt das Ust -Tymer Mittelmassiv, das sich am linken Ufer des Flußes Ob nördlich
von der Stadt Kolpaschewo erstreckt. Im Relief des Fundaments zeigt sich dieses Massiv als
Einwölbung, die karbonate und karbonat-terrigene Dichten, die genauso alt wie Sedimente der Tomsker
Einwölbung sind, darstellt.
Die Tafeldecke wurde im Mesozoikum und Känozoikum als Ergebnis der in der Juraformation
angefangenen allmählichen Versenkung der Westsibirischen Platte gebildet, sowie mittels der
Anhäufung von Schichten der marinen, küstennahen marinen und küstennahen kontinentalen Fazies. Die
Sedimentation berührte aber die Tomsker Einwölbung fast nicht. Diese wurde am Anfang von Känozoikum
in die als Tomsker (oder Tomsker-Kamensker) Kamm genannte Horststruktur umgebildet
Die Lage der Tiefwasserzonen von versenkender Platte wurde durch die Riftogenese, die sich im
Westen des Territoriums am Ende von Trias zeigte, bestimmt. Im Paläorelief der vorjurasischen
Fläche entstand ein Riftsystem(Koltogorsker, Ust -Tymsker, Tschusiksker), welches das Paläorelief
in Zwischenriftsblöcke-Hebungen (Nishnewartowsker, Kajmyssowsker, Alexandrowsko-Wassjügansker,
Pudinsker) gegliedert hat. Die Entwicklung der Makrostruktur der Tafeldecke wurde durch die
Besonderheiten des Blockaufbaus des Fundamentes mit einer Tendenz zur Abgleichung der ererbten
Strukturen vorbestimmt. Zu Positivformen des Fundamentreliefs – Horsten – gehören große Wölbungen,
Megawälle, Kämme. Den negativen Strukturen -Gräben- entsprechen Versenkungen und Einwölbungen.
Jurasische Sedimente gelten als erdöl-und erdgasführender Hauptkomplex im Südosten der
Westsibirischen Platte. Nach den Faziesbedingungen der Bildung von jurasischer Dichte unterscheidet
man auf dem Territorium der Region Tomsk die Ob-Tasow- und Ob- Irtysch- Faziesbereiche. Der erste
Bereich umfasst die versenkten Plattenteile im Nordwesten des Territoriums und ist aus küstennahen
marinen und marinen terrigenen Sedimenten gebildet, die an organischem Stoff reich sind. Zum
zweiten Bereich gehören erhöhte Gebiete im jurasischen Paläorelief im Osten des Territoriums. Sie
sind durch Megawälle und große Wölbungen vertreten, die aus karbonischen kontinentalen Fazies
bestehen.
Das Kreidesystem setzt sich aus marinen, küstennahen marinen und kontinentalen Sedimenten
zusammen. An der Grenze der frühen und späten Kreideformation führte die marine Regression zur
Entstehung des kontinentalen Regimes auf einem großen Territorium, dieses Regime wechselte sich in
späterer Kreideformation mit einem neuen mächtigen Anfschub ab. Die marinen Fazies sind westlicher
vom Längenkreis der Stadt Kolpaschewo vertreten. Die kontinentalen Fazies verbreiten sich östlicher
von der Siedlung Belyj Jar. Der Raum dazwischen wurde mit Fazies des Übergangscharakters mit
starker Variabilität der Grenzen von alter Küstenlinie eingenommen. Im Rayon Kolpaschewskij, wo die
Faziesbeziehungen besonders schwierig sind, ist der Wechsel von transgressiven und regressiven
Backen in Verbindung mit kontinentalen Sedimenten zu beobachten. Die küstennahen marinen Fazies der
Oberteile von der Ipatowskij - Folge und der Unterteile von der Gankinskij - Folge enthalten Oolith
der Narymer und Kolpaschewoer Sohlen. Mit der kontinentalen Kijskij - Folge im Südosten des
Gebietes sind die Allitvorkommen verbunden. Die Bauxite, die zur bauxithaltigen
Tschulym-Enissejskij - Provinz gehören, treten seltener auf.
In der Zusammensetzung des Paläogensystems wurden die Paläozän-, Eozän- und Oligozänablagerungen
nachgewiesen. Zu den Eozän- Glaukonit- Sandsteinen gehört die Baktscharskij - Sohle der
sedimentären Eisenerze, die gemeinsam mit Narymskji- und Kolpaschewskij - Eisenerzsohlen die
Baktscharskij, Kolpaschewskij, Parabel-Tschusikskij und Parabelskij Erzblöcke bildet. Auf der
Versenkung des Tomsker Kamms zu küstennahen marinen Fazies von Früh- und Mittel-Eozän treten
industrielle Zirkon- und Ilmenitvorkommen auf.
Das Oligozän ist durch alluviale und seenalluviale Sandtonablagerungen vertreten, die neben der
Zirkon- Ilmenitmineralisation die Hylite und Lignite enthalten. Mit der Kohlenhaltigkeit der
Oligozänschichten ist die Rohstoffbasis der Braunkohle im Tomsker Gebiet verbunden.
Quartäre Formationen spiegeln die neueste Etappe der Hebung von Westsibirischer Platte und ihrer
Falteneinrahmung wider. Regionales Niveau erreichte in der Eopläistozenperiode die Formierung der
seenalluvialen Sedimente der Kotschkowskij - Folge. In der Basis enthalten sie Grobkies, der als
Bezugshorizont dient. In der frühen eopläistozenen Etappe erfolgte die Anhäufung von Schichten der
seenalluvialen Sedimente auf der Westsibirischen Ebene. Die Zugehörigkeit des bedeutenden Teils des
Territoriums zur Zone des Voreiszeitalters hat den Rhythmus der Sedimente bedingt. In der
Zwischeneiszeit wurden alluviale Sedimente und in der Eiszeit Seensedimente angehäuft. Seit dem
Ende des Mittelpläistozens bis zur heutigen Zeit geht die Hebung des Territoriums vor sich, die mit
seiner Gliederung, der Bildung des heutigen Flußnetzes und der Sedimente des Talkomplexes verbunden
ist.
Bodenschätze
Das Gebiet Tomsk ist reich an verschiedenen Bodenschätzen, die sein Ressourcenpotential bilden.
Es gibt Erdöl und Erdgas, metallische und nichtmetallische Bodenschätze, Braunkohle, Torf und
Sapropelit, Süß- und Mineralwasser, Thermalwasser sowie industrielles Untergrundwasser.
Der wichtigste Energierohstoff sind Kohlenwasserstoffe, die ein sehr hohes Niveau von
Abführungen an den Haushalt sowie den Zufluss von Investitionen sichern. Das Gebiet Tomsk gehört
zur Westsibirischen erdöl- und gasführenden Provinz. Nach der Erdöl- und Erdgasförderung zählt es
zu den führenden Regionen Russlands. Perspektivische Territorien, die in 5 erdöl- und
erdgasführende Gebiete eingeteilt sind, verfügen über konventionelle Kohlenwasserstoffe (bis 7,5
Mrd.t).
In der staatlichen Bilanz wurden 103 Erdöl-und Erdgaslagerstätten aufgezeichnet. Sichere
Lagerstätten befinden sich vorwiegend am linken Ufer des Ob auf dem Territorium der Rayons
Alexandrowskij, Kargassokskij und Parabelskij, innerhalb der erdöl- und erdgasführenden Gebiete
Sredneobskij, Kajmyssowskij und Pajduginskij. Die Aussichten (in größerem Maße auf Gas) für das
rechte Ufer des Flußes Ob werden mit der Erforschung von Paläozoikum des erdöl- und erdgasführenden
Gebietes Vorjenisseiskij im Nordosten der Region verbunden.
Zu den metallischen Bodenschätzen des Territoriums gehören große Ressourcen von sedimentären
Eisenerz- und Zirkon- Ilmenitvorkommen. Sie bilden die Grundlage für die zukünftige Entwicklung des
Bergbauzweigs der Region. Der Erforschungsgrad der Metalle ist nicht gleich. Die sicheren Vorräte
der Vorkommen Tuganskoje und Georgiewskoje wurden in der staatlichen Bilanz aufgezeichnet. In
Rahmen der Anfangsetappe bei dem Abbau des Vorkommens Tuganskoje wurde eine experimentelle
Industrieproduktion im Bereich Jushno-Alexandrowskij eingerichtet. Die Eisenerzforschung bleibt auf
dem Niveau der Vorausschätzung der Ressourcen des Westsibirischen Eisenerzreviers in Streifen der
paläogenen Kreidesedimente, die eine Breite von 80 -260 km haben. Auf dem Territorium des Gebietes
beträgt die Fläche des Reviers ca. 80 000 km2. (mit Eisenerzvorräten bis 85,9 Mrd.t). Für die
industrielle Nutzbarmachung ist vor allem d Erzvorkommen Baktscharskoje perspektivisch. Zu
potenziellen Verbrauchern von diesem Erz können Hüttenwerke Kuznetskij und Westsibirisches werden.
Die Arbeiten an der geologischen Untersuchung und der technologischen Schätzung des Erzvorkommens
Baktscharskoje wurden im Jahre 2005 begonnen.
Im Südosten des Gebietes wurden innerhalb des Tomsker Kamms des Fundamentes Gold-, Antimon-,
Zink- und Bauxitvorkommen entdeckt. Die Schätzungen von ndustriellen Perspektiven dieser Vorräte
(außer Goldvorkommen) sind niedrig und werden mit Prognoseressourcen unterschiedlicher
Motiviertheit begrenzt. Das Hauptobjekt der geologischen Forschung bleibt unter diesen Metallen
Gold. 1997 wurde bei der Schätzung des Zustandes der Rohstoffbasis im Süden des Gebietes ein
potenzieller Tomsker Goldbereich nachgewiesen.
Die gesamten Prognoseressourcen für Gold innerhalb der entdeckten Goldader werden nach der
Kategorie P3 in Menge von 105 t bestimmt. Heute werden die Arbeiten an der Suche und der Schätzung
von Berg- und Seifengold auf den Chaldeewsker und Tugojakowsker Flächen durchgeführt.
Nichtmetallische Bodenschätze, die als Rohstoffbasis für Betriebe der Verarbeitungsindustrie
dienen, sind durch industriellen und bergbauchemischen Rohstoff sowie durch Baumaterialien
vertreten. Die Vorkommen von industriellem und bergbauchemischem Rohstoff, die durch die staatliche
Bilanz berücksichtigt wurden, befinden sich auf dem nicht tief versenkten Fundament im Südosten des
Tomsker Gebietes. Die wichtigsten Arten dieser Gruppe von Bodenschätzen sind schwerschmelzbarer
Ton, Kaolin und quarzhaltige Glassände. Die Vorkommen von Baustoffen sind mehr verbreitet.
Nach Torfvorräten belegt das Tomsker Gebiet den zweiten Platz in Russland. Diese Torfvorräte
sowie die Torf begleitenden Bodenschätze der lakusteren und pelogenen Genesis (Phosphate, Karbonate
und lakustrische Sapropele) werden sehr begrenzt verwendet. Braunkohle, die als wertvoller
chemisch-technologischer und energetischer Rohstoff gilt, bleibt auch wenig untersucht und
verwendet. Zu vorrangigen Objekten für industrielle Nutzbarmachung gehören Braunkohlenlagerstätte
(Seifenlager) Talowskoje und Tuganskoje.
Als Hauptquelle der Trinkwasserversorgung dienen große unterirdische Süßwasservorräte des
Westsibirischen artesischen Beckens und zum Teil Spaltwässer der proterozoisch-paläozoischen
Bildungen des Fundamentes im Süden des Gebietes. Auf dem Territorium der Region wurden 31 Vorkommen
unterirdischen Süßwassers, darunter 21 innerhalb des artesischen Beckens untersucht. In tiefen
Horizonten der mesozoischen Sedimente der Plattformdecke gibt es Mineral- und Thermalwasser sowie
Fabrikationswasser der erdöl- und erdgasführenden Schichten, die eine erhöhte Konzentration einer
Reihe von Wertkomponenten enthalten. 4 Mineralwasservorkommen wurden für Badekur untersucht.
Das Material wurde von der „Tomskgeomonitoring“AG vorbereitet.
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